








ICH BIN EUROPA nach Falk Richter / Regie: Mascha Rauschenbach und Markus Weber (2020)
Brexit, Klimakrise, Neofaschismus – Europa ist zerrissen zwischen Weltoffenheit und Frontex-Zäunen, zwischen eigenem Ideal
und den hassenden Wiedergängern überwunden geglaubter Dekaden.
Und Deutschland?
Wohlhabend und abgesichert wie nie, fühlen wir uns dennoch stetig bedroht. Von militanten Veganern, von
staatsgelenkter Umvolkung und Zwangsverschwulung und zur Not auch einfach von einen Binnen-I. Und in den Nischen all der
dröhnenden Soundbites und Erregungsmeldungen der Kommentarspalten kauern verunsicherte Menschen unter dem Druck der
Selbst- und Beziehungsoptimierung und sehnen sich nach dem Gleichen wie Europa: Identität.
Mit „Ich bin Europa“ wendet sich Theater Rampös zum zweiten Mal dem bösen und gesellschaftssezierenden Theater Falk
Richters zu und collagiert Texte aus u.a. „Safe Places“, „Fear“ und „Je suis Fassbender“ - immer auf der Suche nach den
Schnittflächen persönlicher und politischer Krise, nach der europäischen Dimension der German Angst und nach der Hoffnung
auf ein Europa der kulturellen, ethnischen und sexuellen Vielfalt.
"Die Regisseure scheuen nicht vor bitterstem Zynismus zurück (...), das dringt zum Publikum durch (...) und mündet in einem grandiosen Finale facettenreicher Systemkritik. Langanhaltender Beifall bei der Premiere, was nicht zuletzt an der großartigen Leistung des Ensembles" lag.
(Gerriet Scheben, "Politisches Zeitgeist-Theater: Ich Bin Europa",Medienblick Bonn, 06.02.2020)